Newsletter 04/2010
Liebe Leserinnen und Leser!
Der aktuelle Bericht Carbon Disclosure Project 2010 für Deutschland zeigt eindrucksvoll, dass der CO2-Ausstoß und der damit verbundene Klimawandel immer stärker in die Finanzberichterstattung der deutschen Unternehmen Eingang findet. Gleichzeitig steigt jedoch der CO2-Ausstoß in Relation zum Bruttoinlandsprodukt weiter. Warum? Liegt es daran, dass im Vergleich zu Europa und der Welt nur knapp halb so viele Unternehmen entsprechende Reduktionsziele in die Zielvereinbarungen ihrer Führungskräfte aufnehmen? Oder hat sich einfach noch nicht überall herum gesprochen, dass man unter verschiedenen Lösungen meist auch solche findet, die sowohl kosten- als auch energieeffizient sind? Man muss nur gezielt nach solche Lösungen suchen. Im Bereich der Geschäftsreisen jedenfalls zeigt MOBILEETY genau das. Mit Einsparpotenzialen, die deutlich über den selbst gesteckten durchschnittlichen Reduktionszielen der Unternehmen von 1,7% p.a. liegen.
Ihr Michael Schramek

Aus Fuhrpark- und Travelmanagement wird Mobilitätsmanagement
Nach einer aktuellen Studie der Internationalen Fachhochschule Bad Honnef bei Bonn aus dem Jahr 2010 werden in Deutschland 85% aller Dienstreisen über 50 km mit einem Kraftfahrzeug durchgeführt, ca. 2% davon mit einem Mietwagen. Die Bahn wird in 5% aller Fälle genutzt, der Flieger zu 5%.
Betrachtet man die jeweiligen Verkehrsmittel hinsichtlich ihres Kosten/Nutzen Verhältnisses, so erkennt man schnell die Herausforderungen dieser Situation. Am Beispiel der Strecke Hamburg- Frankfurt mit einer Entfernung von 500 km ergibt sich folgendes Bild.
PKW
- 100€ (Grenzkosten, nur nutzungsabhängige Kosten)
- 4,5 Stunden ohne Stau (realistisch 5 Stunden oder mehr)
- 127 kg CO2
Flugzeug
- 60-80€ (ggfs. auch deutlich teurer)
- 3,5 Stunden (inkl. Fahrt zum Flughafen/Zielort sowie Check-In/Out)
- 96kg CO2
Bahn
- 55€ mit Bahncard 50
- 4 Stunden
- 26kg CO2
Berücksichtigt man hierbei noch die nutzbare Arbeitszeit, die im Pkw und Flugzeug kaum gegeben ist, so wird sehr deutlich, dass das Auto auf vielen Strecken – nicht nur aus ökologischer Sicht – objektiv betrachtet nicht die erste Wahl darstellt.
Das Beispiel zeigt deutlich, dass die großen Produktivitätsreserven im Bereich der Mobilität von Unternehmen in der Wahl des jeweils optimalen Verkehrsmittels liegen.
Praxisbeispiele zeigen, dass Potenziale von rd. 30% bei den Kosten und beim CO2-Ausstoß nicht unrealistisch sind.
Wollen Unternehmen diese schlummernden Produktivitätsreserven heben, so ist es notwendig, Mobilität übergreifend zu verstehen. Eine wesentliche Herausforderung hierbei liegt darin, dass Fuhrpark und Geschäftsreisen in den meisten Unternehmen heute noch in unterschiedlichen Verantwortungsbereichen organisiert sind. Ein ähnliches Bild zeigt auch die externe Beraterlandschaft, die sich zumeist streng in Fuhrpark- und Travelmanagement unterteilt.
Erste Anzeichen für einen Wandel gibt es jedoch bereits. Die ersten Unternehmen wie Carl Zeiss, Henkel und Siemens haben dieses Potenzial erkannt und Fuhrpark und Travelmanagement unter dem gemeinsamen Dach „Mobility“ zusammengefasst. Ein wichtiger Schritt auf dem Wege zur Nutzung eines optimalen Mobilitätsmix. Solange der Mitarbeiter für die Nutzung der Bahn einen aufwändigen Antrag stellen, zur Nutzung seines ohnehin vorhandenen Firmenwagens aber niemanden fragen muss, wird es jedoch weiterhin viele geben, die diesen vermeintlich bequemeren Weg einschlagen, und auch beim nächsten Mal wieder mit dem Auto nach Hamburg fahren.
Aktuelles
EcoLibro und btm4u vereinbaren enge Kooperation
Mit der Zusammenarbeit von EcoLibro und btm4u wächst zusammen, was zusammen gehört. Hochwertige Kompetenz in den Bereichen Fuhrpark- und Travelmanagement bilden die Basis einer übergreifenden Mobilitätsberatung aus einer Hand, die weitere Optimierungspotenziale erschließt, ökonomisch, ökologisch und im Sinne Ihrer Mitarbeiter.
Autokosten laufen Lebenshaltungskosten davon
Untersuchungen des ADAC in Zusammenarbeit mit dem Statistischen Bundesamt zeigen auf, dass die KFZ Kosten mit 3,1 % in den letzten 12 Monaten mehr als doppelt so stark gestiegen sind wie die allgemeinen Lebenhaltungskosten.
Vom Autobesitzer zum Autonutzer - CarSharing wächst unaufhaltsam
Das Wachstumspotenzial für CarSharing ist gewaltig: Einer Studie des Marktforschungsunternehmens Frost & Sullivan zufolge dürfte sich die Zahl der Autoteiler bis 2016 auf 1,2 Millionen erhöhen.
Auch wenn es in Deutschland noch ein Nischenmarkt ist, rd. 170.000 Kunden nutzen aktuell regelmäßig dieses Mobilitätsangebot, so setzen alte und neue Anbieter verstärkt auf Produkte in diesem Themenfeld.
Allen voran die Daimler AG mit ihrem innovativen Ansatz "car2go". Aber auch Peugeot entwickelt sich mit "Mu by Peugeot" vom reinen Autohersteller zum Mobilitätsanbieter. Die klassisschen Autovermieter SIXT und Europcar lassen die Entwicklung ebenfalls nicht an sich vorbei ziehen, bestehende Angebot bekommen ein neues Gewand. So wird DB-CarSharing künftig unter "Flinkster" firmieren. Unaufhörlich wächst aber auch die Nutzung der "klassischen" Angebote, wie das Wachstum von Cambio CarSharing und Drive-CarSharing zeigen.
Immer häufiger findet CarSharing Eingang in die Mobilität von Unternehmen und Kommunen. Haben Sie schon über die Vorteile für Ihr Unternehmen nachgedacht?
Auf den nachfolgenden Veranstaltungen wird die EcoLibro aktiv vertreten sein. Wir würden uns sehr freuen, Sie im Rahmen dieser Termine persönlich zu treffen. Sprechen Sie uns im Vorfeld einfach an oder besuchen Sie sie uns spontan an unserem Stand.
25.11. Vortrag auf dem Verkehrskongress der fünf rheinischen IHK, Köln
Die EcoLibro führt mit ausgewählten Partnern Seminare zum Thema "intelligente Mobilität" durch. Wir würden uns freuen, Sie auf einer der nachfolgenden Veranstaltungen zu begrüßen:
Offenes Seminar EcoLibro
Führen auf Distanz / Distance Leadership
Akademie für Management und Nachhaltigkeit
Intelligente Mobilität, effizientes Fuhrpark- und Travelmanagement
