EECHARGIS rural

Ladeinfrastruktur bedarfsgerecht entwickeln

Situation:
Die Entwicklung der Elektromobilität ist in vollem Gange (Lesen Sie hierzu auch den Artikel von Michael Schramek in der Senate) . In den letzten fünf Jahren hat sich die Technik von Elektrofahrzeugen deutlich weiterentwickelt, der Durchbruch im Markt steht unmittelbar bevor.

Während aktuell die tatsächliche Reichweite neuer Serienmodelle verschiedener Hersteller bei 300-400 km liegt, werden in den nächsten zwei Jahren weitere Hersteller nachziehen und Fahrzeuge mit bis zu 500 Kilometern Reichweite anbieten. Mit den neuen Reichweiten der Fahrzeuge, deutlich sinkenden Preisen auf das Niveau heutiger Dieselfahrzeuge und veränderten Denkweisen der Autohersteller, wird auch der Absatz von Elektrofahrzeugen in den nächsten Jahren kräftig anziehen. Daraus resultiert ein erhöhter Bedarf nach einer ausreichend dimensionierten, bedarfsorientierten und wirtschaftlich tragfähigen Ladeinfrastruktur.

Im Gegensatz zu den Städten ist in ländlich geprägten Räumen die Frage nach der Notwendigkeit von Ladeinfrastruktur allerdings anders zu beantworten: Da hier besonders viele EinwohnerInnen in Ein- bzw. Zweifamilienhäusern leben, ist davon auszugehen, dass die meisten Elektrofahrzeuge zu Hause auf privatem Grund geladen werden können. Dennoch ergibt sich ein Ladebedarf für Personen, die keine solche Möglichkeit haben zu Hause zu laden. Dies betrifft vor allem BewohnerInnen von Mehrfamilienhäusern, TouristInnen und Geschäftsreisende sowie teilweise Berufspendler.

Unser Angebot

Über den Workshop- und Datenbasierten Ansatz EECHARGIS rural prognostizieren wir den Bedarf an Ladeinfrastruktur im öffentlichen sowie im halböffentlichen Raum für die nächsten 5-15 Jahre. Zielgruppen sind ländlich geprägte Kommunen sowie Landkreise, in denen es neben einer Mittelstadt nur noch Kleinstädte und ländliche Gemeinden mit im Regelfall nicht mehr als 10.000 Einwohnern gibt.

Zur Erhebung der benötigten Daten erhalten Sie von uns eine übersichtliche Datenerfassungsmaske, in welcher Sie relevante “Points of Interest“ inkl. Adresse eintragen können. Die Standorte, an denen Fahrzeuge länger stehen, werden dabei in folgende Kategorien unterteilt: Geschäfte, Parkplätze, Hotels, Freizeiteinrichtungen und größere Arbeitgeber. Gerne unterstützen wir Sie bei der Ermittlung relevanter Standorte bzw. ergänzen Ihre Vorschläge.
In einem ausführlichen Workshop werden diese Standorte von ortskundigen VertreterInnen mit unserer fachlichen Anleitung vervollständigt und mit Parametern zur Stellplatzzahl, üblicher Parkplatzauslastung, Parkdauer sowie Einzugsradius versehen. Der Workshop beginnt mit einem spannenden Vortrag zum aktuellen Stand sowie der weiteren Entwicklung der Elektromobilität, damit die Teilnehmer erkennen, dass wir die schleppende Anlaufphase gerade hinter uns lassen und in den sehr dynamischen Markthochlauf eintreten. Im Anschluss daran werden die Daten von EcoLibro GmbH digitalisiert und mit Hilfe eines eigens entwickelten Tools analysiert.

Als Ergebnis erhalten Sie eine Bewertung der zuvor erhobenen potenziellen Standorte nach Anzahl, Art und Auslastung der Ladeinfrastruktur an den jeweiligen Standorten. Über die voraussichtliche Auslastung berechnen wir die Wirtschaftlichkeit der Ladepunkte an den jeweiligen Standorten und sprechen darauf basierend eine Empfehlung für die zu den verschiedenen Zeitpunkten zu installierenden Ladepunkteanzahlen aus.

 

Ihr Nutzen

Auf Ebene von Ortsteilen werden im Workshop die zuvor ermittelten relevanten Parkflächen von Geschäften, Parkplätzen, Hotels, Freizeiteinrichtungen und größeren Arbeitgebern hinsichtlich des Ladeinfrastrukturbedarfs bewertet. Durch die geringe Dichte dieser Standorte in ländlichen Gegenden – im Vergleich zum urbanen Kontext – ist eine Einzelfallbetrachtung möglich, die mithilfe der Partizipation ortskundiger VertreterInnen durchgeführt wird. Somit findet die Sammlung der notwendigen Daten in transparenter und enger Zusammenarbeit mit den TeilnehmerInnen statt. Darüber hinaus wird ein tiefgreifendes Verständnis über den Bedarf an Ladeinfrastruktur vermittelt.
Die auf diese Weise erfassten Informationen werden ausgewertet und nachbearbeitet, bevor die daraufhin berechnete Anzahl an Ladeinfrastruktur in tabellarischer sowie kartografischer Form zur Verfügung gestellt wird. 

Im Workshop wird den Teilnehmern aus Verwaltung, Politik und Gesellschaft neben der Ermittlung der notwendigen Daten gleichzeitig Wissen zum Thema Elektromobilität Ladeinfrastruktur vermittelt. Hierbei werden die aktuelle und zukünftige Entwicklung der Elektromobilität sowie das Ladeverhalten und der Ladeinfrastrukturbedarf vorgestellt.

 

Die Analyseergebnisse bzw. das Ladeinfrastrukturkonzept bilden die Grundlage für:

- die Information und Sensibilisierung der kommunalen EntscheidungsträgerInnen aus Politik und Verwaltung sowie der sonstigen Akteure von Energieversorgungsunternehmen, Netzbetreibern, Wohnungs-, Tourismus-, Freizeitwirtschaft und Parkhausbetreibern über die Entwicklung des Ladeinfrastrukturbedarfs

- die Kommunikation gegenüber der breiten Öffentlichkeit

- Ausschreibungen zum Aufbau und Betrieb der öffentlichen Ladeinfrastruktur 

- die Ermittlung des Investitionsbedarfs bei InvestorInnen (u.a. Stadtwerke und sonstige Energieversorger bzw. Netzbetreiber)

- die Bewertung einzelner, lokaler Ladeinfrastrukturforderungen hinsichtlich der Kompatibilität mit einem langfristig gesteuerten Aufwuchs

- stadt- und verkehrsplanerische Entscheidungen

- die Ermittlung des Strombedarfs, der an diesen Orten für das Laden der Fahrzeuge tags- und nachtsüber benötigt wird

- die Identifizierung der Geschäfte und Betriebe, die frühzeitig auf Elektromobilität umsteigen, damit die Stadtwerke diese gezielt auf die Installation eigener Ladeinfrastruktur ansprechen können 

- die Vermeidung von Fehlinvestitionen (bereits 2-3 falsch gesetzte Ladesäulen kosten so viel wie die Erstellung des gesamten Konzepts)

 

Die im Projekt gemeinsam erarbeitete Datengrundlage stellen wir Ihnen, wie alle anderen Ergebnisse auch, nach Abschluss des Projekts zur weiteren Verwendung zur Verfügung.

 

Frau Cordula Kuhlmann, Leitung Regional-/Konversionsmanagement, Landkreis Bad Kissingen:

„Durch die Anwendung der Tool-basierten Methode EECHARGIS rural der EcoLibro GmbH konnten wir für unseren Landkreis die zukünftig notwendige Ladeinfrastruktur im öffentlichen und halböffentlichen Bereich prognostizieren. Uns hat insbesondere die gemeinsam strukturierte Erarbeitung und Nachvollziehbarkeit der Ergebnisse überzeugt.
Der partizipativ gestaltete Workshop band die BürgermeisterInnen und andere Akteure unserer Kommunen in den Prozess der Bedarfsermittlung aktiv ein und schuf gleichzeitig das notwendige Knowhow zur Vermittlung der Ergebnisse vor Ort. Sehr hilfreich waren dabei die Vorträge am Anfang des Workshops, womit die Teilnehmer alle wesentlichen Informationen erhielten. Hierüber konnten sie sich in die zukünftige Mobilität mit Elektrofahrzeugen und den damit verbundenen Ladebedürfnisse hineindenken.“

 

Darstellungen:

Tabellarische Darstellung: Zahl der empfohlenen Ladepunkte je Standort und Auslastung aller Ladepunkte am Standort

 

Kartografische Darstellung: Empfohlene Standorte für Ladeinfrastruktur in den Jahren 2022, 2026 und 2030

 

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